Verderbnis

Nocte Obducta


Die Pestmaske zieht grinsend voller
Hass und Hohn von Haus zu Haus
Die Felder liegen brach, der
Totenacker speit die Leichen aus

Der Winterwind liebkost vertrÀumt
Gerippe, fahles, gift'ges Fleisch
Was einst war voller
Lust und WĂ€rme, kranker Ratten ekl`er Fraß
In kleinen, kalten
Kinderzimmern schaukeln morsche Schaukelpferdchen
Einsam und bewegt vom
Wind, der weht durch das gebroch`ne Glas

Stinkend zieht ein Totenmond, der
Schnitter kratzt an jeder TĂŒr
Die FĂ€ulnis kriecht in alle
Stuben, wartet in den klammen Betten
Nachbarn grĂŒĂŸen leeren
Blickes, starr, verrenkt im Straßenschlamm
Ein Gottesdiener röchelt ein Gebet, um Hoffnung sich zu retten

Verderbnis ?
? zieht jĂ€h durch eure stillen Straßen
Steifgefror'ne kleine Leichen schmĂŒcken euren stolzen Graben
Entlegene Gehöfte modern faulend und verlassen
Schnee weht weiß ins
Siechhaus auf den Schwingen schwarzer Raben.

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